Pflegeheim, Zuhause oder Demenz-WG? Warum der Grundsatz „Ambulant vor Stationär“ so wichtig ist

Wenn ein geliebter Mensch pflegebedürftig wird, stehen Familien oft vor einer scheinbar unlösbaren Frage: Wie organisieren wir die beste Versorgung? In der deutschen Pflegegesetzgebung gibt es dazu einen essenziellen und überaus positiven Leitsatz: „Ambulant vor Stationär“.

Dieses Gesetz stärkt pflegebedürftige Menschen enorm. Es ermächtigt sie dazu, so lange wie nur irgend möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Der Umzug in ein klassisches Pflegeheim sollte immer erst der allerletzte Ausweg sein. Doch was passiert, wenn die Pflege komplett allein zu Hause nicht mehr sicher zu stemmen ist? Genau hier schließt die Pflege-Wohngemeinschaft (Pflege-WG) die Lücke zwischen dem eigenen Zuhause und dem Pflegeheim.

Das Pflegeheim: Wenn der Patient sich der Institution anpassen muss

In einem traditionellen Pflegeheim gelten die Regeln der Institution. Oft muss der Patient seine eigenen Wünsche und Gewohnheiten beugen, um in die straffen Abläufe der Einrichtung zu passen.

Das zeigt sich schon bei den alltäglichsten Dingen: In den meisten Pflegeheimen gibt es feste Duschpläne. Wenn der Dienstag Ihr Duschtag ist, dann ist das so vorgegeben. Auch bei den Mahlzeiten gibt die Großküche den Takt vor – man bekommt das serviert, was die Küche zubereitet, und hat im besten Fall die Wahl zwischen zwei verschiedenen Gerichten. Die Autonomie tritt in den Hintergrund.

Die Pflege-WG: Klient statt Patient – im eigenen Zuhause

Eine Pflege-WG dreht dieses Konzept komplett um: Hier ist die zu pflegende Person kein Patient, sondern ein Klient. Dieser Klient lebt de facto in seinem eigenen Zuhause.

Das bedeutet: Der ambulante Pflegedienst, der die Versorgung übernimmt, ist lediglich im Gaststatus vor Ort. Kein Klient kann zu etwas gezwungen werden, das er nicht möchte. Hat der Klient beispielsweise am eigentlich vorgesehenen Dienstag keine Lust oder nicht die Tagesform zum Duschen, ist das überhaupt kein Problem – dann wird eben am Mittwoch oder Donnerstag geduscht. Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht der Zeitplan.

Auch bei der Ernährung haben die Klienten das Sagen: Sie (oder ihre gesetzlichen Vertreter) entscheiden selbst, welche Mahlzeiten wann zubereitet werden.

Spezialisierte Demenz-WGs: Sicherheit bei Hinlauftendenz und Unterbringungsbeschluss

In unserer Demenz-WG „Haus am Grünland“ in Augsburg betreuen wir ausschließlich Klienten, die an Demenz erkrankt sind, eine Hinlauftendenz aufweisen und einen Unterbringungsbeschluss benötigen.

Da diese Klienten ihre eigenen Wünsche oft nicht mehr vollständig äußern können, hat jeder Bewohner einen Bevollmächtigten. Diese Vertrauensperson trifft die Entscheidungen im Sinne des Klienten. Ein wunderbares Beispiel dafür ist die Essensplanung: In unserer WG kommt vierteljährlich ein Gremium der Bevollmächtigten zusammen. Basierend auf dem Wissen, was der Klient früher in seinem Leben gerne gegessen hat, entscheiden sie stellvertretend, welche Gerichte auf den Speiseplan kommen. So bleibt ein großes Stück persönlicher Lebensqualität und Biografie erhalten. Ein beschützter Rahmen bedeutet hier nicht Verlust, sondern Sicherheit und neue Freiheit.

Die Kostenfrage: Die Pflege-WG als goldene Mitte

Neben der immensen Steigerung der Lebensqualität stellt sich natürlich auch die Frage nach den Kosten. Finanziell steht die Pflege-WG direkt in der Mitte zwischen den Kosten für eine reine Pflege zu Hause und den drastisch gestiegenen Eigenanteilen im Pflegeheim.

Das vertragliche Konstrukt ist dabei so transparent wie bei jedem normalen Wohnverhältnis: Sie haben einen regulären Mietvertrag für den Wohnraum sowie einen separaten Pflegevertrag mit dem ambulanten Pflegedienst, der den Klienten in seinem Zuhause betreut.

Wir beraten Sie gerne!

Egal, ob Sie Unterstützung durch ambulante Pflege in München benötigen oder den schützenden Rahmen unserer Demenz-WG in Augsburg suchen – die CPS Pflege GmbH steht Ihnen mit 16 Jahren Erfahrung zur Seite.

Lassen Sie uns gemeinsam den Weg finden, der die Würde, die Wünsche und die Selbstbestimmung Ihres Angehörigen bestmöglich wahrt. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch!